"Only those who risk going too far can possibly find out how far they can go." — T.S Eliot
Samstag, 12. November 2011
Donnerstag, 10. November 2011
Fes Medina
Punkt 12h starteten wir unsere Tour durch die Medina mit einem privaten Guide, was absolut empfehlenswert ist. Alleine wären wir nie so tief in die Medina eingetaucht und hätten garantiert nie wieder hinaus gefunden. Speziell als Frau ist man auch gezwungen, die vielen Kommentare von Männern zu überhören.
Beeindruckend für uns waren vor allem die unzähligen kleinen und engen Gassen, die sich als Labyrinth über die ganze Medina erstrecken. Fes wurde im 9.Jh von König Idriss gegründet. Letztes Jahr, also 2010, feierte die Medina ihr 1200-jähriges Bestehen. Schon beeindruckend, wenn man bedenkt, was sich in diesen Gassen schon alles abgespielt hat.
Die Gerberei in Fes ist die grösste in Marokko.
Im folgenden Foto ist der Eingang zu einer Moschee zu sehen. Diese Moschee fasst 10‘000 Personen. Sie ist die zweit grösste in der Medina. Die grösste Moschee in der Medina hat 14 Türen und fasst 20‘000 Personen. Jeden Freitag finden hier die grossen Gebete statt. Während die Männer auch unter der Woche in die Moschee gehen, ist der Freitag für die Frauen fix.
Stellen wir uns vor, wie es ist, wenn die Leute zum Hallenstadion pilgern, um ein Konzert zu sehen. Das Hallenstadion liegt nicht mitten in einem Labyrinth von z.T. bloss 1m breiten Gassen. Und trotzdem herrscht manchmal ein Chaos.
Wir haben jetzt wieder ein Auto – das heisst noch nicht ganz. Da die Zugreise so problemlos über die Bühne ging, fanden wir es für absolut unnötig unser Glück nochmals herauszufordern. Und, unsere Pläne haben wir auch wieder geändert. Wo wir jetzt hingehen, fährt kein Zug. Unser Ziel: Die Wüste. Dort wartet bereits unser nächstes Fortbewegungsmittel: Das Kamel. Hängt also alles noch davon ab, ob der gute Monsieur uns den Schlüssel für den Wagen noch bringt. Wenn ja, dann starten wir morgen früh um 7h.
Weiteres folgt…
Fes
Hallo erst mal! Hier sind wir wieder. Wie die Moslems hatten auch wir ein Hammelfest – ohne Hammel natürlich. Es muss ein blutdurchtränkter Montag gewesen sein, den wir in völliger Abgeschiedenheit auf unserer Terrasse in Tanger verbrachten.
Nach den Strapazen auf dem Schiff, erkundigten wir uns im Riad, welches die beste Möglichkeit sei, weiter zu reisen. Mit dem Zug, wurde uns gesagt. Unserer ersten Bahnreise stand also nichts im Weg. Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass man den Hoteliers blind vertrauen kann. (Ausgeschlossen Sevilla!)
Am Dienstag liessen wir uns zum Bahnhof Tanger chauffieren, kauften ein 1. Klasse Ticket (wie empfohlen) für umgerechnet CHF 17.-, setzten uns in unser Abteil und freuten uns auf eine friedliche 4.5 stündige Reise. Zu unserer grossen Überraschung, fuhren wir pünktlich los. Das Abteil teilten wir mit zwei jungen Typen. Was für ein Jackpot! Die Frage ist nur für wen. J
Die Zugfahrt war friedlich und komfortabel. Die 1-stündige Verspätung kaum erwähnenswert. Mit den beiden Mitreisenden waren wir auch recht gut unterhalten.
Und an dieser Stelle wieder etwas, das uns Tanger lehrte: Bereits bei der Hotelbuchung hatten wir ein Shuttle organisiert, der uns am Bahnhof abholte.
Alles klappte wie am Schnürchen. Im Riad Lune et Soleil wurden wir herzlich empfangen. Unser Zimmer hatte eine Heizung und wir staunten nicht schlecht als sie uns auch noch ein 3-Gänge-Menu bei Candlelight servierten. Leider schlug das 3-Gänge-Menu Sandra auf den Magen. Den nächsten Tag gingen wir darum langsam an. Wir machten einen eigentlich nicht nennenswerten Spaziergang. Zurück im Riad trafen wir unseren Chauffeur vom Vortag. Er bot uns eine Tour um/durch Fes an.
Fes bei Sonnenuntergang: Wunderschön!
Sonntag, 6. November 2011
Tanger
Leider Nein !!!! Alles kam anders. Oder zumindest nicht so, wie wir es uns gewohnt sind. Nicht, dass wir darauf beharrt hätten, doch soooo anders… keine Worte. Gut, von Anfang an…
Um 0830h standen wir auf, fuhren mit dem Auto 20min nach Algeciras wo wir den Wagen direkt am Hafen zurückgaben. Wir gingen zum Schalter der FRS, bei denen wir bereits unser Ticket nach Tanger gebucht und bezahlt hatten. Unsere Fähre sollte um 12h ablegen. Leider Nein. Unsere Fähre hatte Verspätung. Sie sollte nicht um 12h sondern erst um 14h ablegen. Ok, wir sind ja flexibel. Kein Problem. Wir spielten ein Skip-Bo und gingen zu unserem Terminal. Das ging ja noch. Wenn man bedenkt, dass dies erst der Anfang unsere Odysee war.
Also: Das Schiff hatte 5 Stunden Verspätung. Bei der Passkontrolle erlitt ein Mann in der wartenden Menge einen epileptischen Anfall. Die Schifffahrt dauerte keine 35min sondern 95min. Beim Koffer holen und dem Versuch von Bord zu kommen, ging es zu und her wie auf einem Flüchtlingsschiff. Erstaunlicherweise blieben wir ruhig. Gelassen und völlig erstaunt beobachteten wir in Mitten der aufgelösten Menge, die einen Kampf um ihre Koffer austrugen, wie die Situation beinahe in eine Panik überschwappte. Noch immer staunen (und lachen) wir über uns selbst in Anbetracht dieser Situation. Und beim Zoll waren wir gezwungen unsere extrem schweren Koffer alleine auf das Förderband zu legen, wo auf der anderen Seite weit und breit keiner war, der es kontrollierte. Hätten wir das gewusst, hätten wir in Gibraltar ein paar Flaschen Alk mehr gekauft.
Bei ersten Kontakten mit Marokkanern merkten wir, dass auch die mit den Nerven am Ende waren. Das kam uns ziemlich spanisch vor. Von Jungs, die auf dem Weg nach Casablanca waren, haben wir erfahren, dass dies keines Falls eine normale Überfahrt war, die den normalen Reisestrapazen entsprach.
Als wir um 1930h (span. Zeit) voller guter Hoffnung in ein Taxi steigen und so schnell wie möglich ins Hotel verschwinden wollten, mussten wir bemerken, dass unser Abenteuer noch nicht zu Ende war. 1.5 Stunden später stiegen wir endlich in ein Taxi, das wir clevererweise über das Riad Tanja bestellten.
Mittlerweile wussten wir, dass ein Nationalfeiertag bevorstand. Am 7. November werden Lämmer geschlachtet. Jupi, total unser Ding!
Um 23h (span. Zeit) erreichten wir ENDLICH das Hotel. Herzlicher hätten wir uns die Begrüssung nicht vorstellen können. Es schien, als wären auch sie entspannt, als wir endlich eintrafen.
FAZIT: Reist nicht vor/an nationalen marokkanischen Feiertagen. Oder besser, fahrt nach Malaga und nehmt den Flieger.
Persönliches Fazit: Unsere Schmerzgrenze, an die man durch öffentliche Verkehrsmittel gebracht werden kann, ist momentan ziemlich strapaziert. Unsere Reiseplanung bezüglich Fortbewegungsart muss überdacht werden.
Clever wie wir sind, schauten wir nach, wann der nächste Feiertag bevor steht. Man glaubt es kaum. Er fällt aufs Wochenende unserer Heimreise. (mal schauen wie das endet… J) (Christa, mach dir also noch nicht zu viele Gedanken… J)
Und hier noch unsere Aussicht von der Terrasse des Riad La Tangerina. Aus alten Radios, die im ganzen Hotel aufgestellt sind, ertönt rund um die Uhr "Radio Swiss Pop".
Wie wir gerade bemerken mussten, so übel die Überfahrt auch war, entstanden hier die bisher schönsten Bilder. J
Freitag, 4. November 2011
Good Bye Andalusia
Wir werden das Auto zurück bringen und um 12h die Fähre in Algeciras nach Tanger nehmen. Spätestens um 14h sollten wir dann im Hotel sein. Da bleibt uns dann genügend Zeit, um einen ersten Eindruck von Tanger zu kriegen. Doch das erste, was auf unserer Liste steht, ist eine ausgedehnte Dusche. Das Hostel Africa in Tarifa, das kein warmes Wasser hatte, lud nicht wirklich zu einer letzten europäischen Dusche ein. Gemäss Lonely Planet hat unser Riad Tanja ausgiebig grosse Bäder. Also: zuerst eine Dusche, dann wird die Stadt erkundschaftet.
Hier noch unser Soundtrack zu Andalusien:
Michale Graves – Scream
Sixx A.M. – Skin
Michale learns to rock – How many hours
Bon Jovi – Santa Fe
Richi Sambora – Father Time
Enrique Bunbury – El Anzuelo
Aerosmith – Amazing
Myles Kennedy – Starlight
Avenged Sevenfold – Warmness on the Soul
Def Leppard – Two Steps Behind
I Monster – Children
Raphael – Laisse faire
Gibraltar
Da es in Tarifa stürmte, machten wir uns auf den Weg nach England. Das Wetter in Gibraltar war zu Beginn doch very british. Nach einem kurzen und heftigen Gewitter, kam die Sonne. Wir schlenderten durch Englands Strassen und wunderten uns über die tiefen Preise. Beispiel: 1 Liter J&B für CHF 15.-
Und man glaubt es kaum. Beim ersten Schritt zurück auf spanischem Boden begann es wieder zu regnen. Unglaublich, aber wahr.
Tarifa
Nach zwei Wochen Andalusien zogen wir Bilanz. Tarifa drückt das Level ein wenig nach oben, doch die hübschen Männer sind immer noch ganz klar an einer Hand abzählbar. Vielleicht macht es Marokko wieder wett.
Im Restaurant Bamboo gönnten wir uns das erste Mal ein warmes Mittagessen. Und es war fantastisch. Ein Must-Go für Vegis
Im Hintergrund ganz deutlich erkennbar: AFRIKA !!!
Wir wissen bis jetzt nicht, ob es ein Fehler war, als wir am Abend auf die Strasse gingen (endlich haben wir den spanischen Lifestyle angenommen). Da war weit und breit kein Schwein. Ok, drei hübschen Spanier…
In der Zeit, die Rahel für ein Nickerchen nutzte, brachte Sandra das Internet zum Laufen. (War keine einfache Sache.) Doch Sandra sei Dank: Sam and Dean are back! (Nicht, dass wir es nötig hätten. J )
Caños de Meca
Die Vorfreude war gross, als wir uns auf den Weg nach Caños de Meca machten. Überwältigt waren wir, als wir dort ankamen. Die Fotos vom Casa Karen sprechen für sich.
Zwei Nächte verbrachten wir in Frieden und Gemütlichkeit. Nicht einmal der Sturm, der die Strasse an der Küste überflutete und unsere Weiterreise am nächsten Tag erschwerte, konnte uns aus der Ruhe bringen. Unseren zweiten Picknick-Abend verbrachten wir bei wohliger Wärme (Viva la Heizöfeli), gemütlicher Musik und kniffligem Kartenspiel. Der Sturm wiegte uns in den Schlaf.
Endlich lag der von uns heiss ersehnte Strand direkt vor der Hüttentüre. Zuversichtlich machten wir uns auf den Weg. Doch einmal mehr: Leider Nein. Das Baden fiel sprichwörtlich ins Wasser und es blieb bei einem Spaziergang. Die Aussicht vom Leuchtturm Trafalgar entschädigte vieles. Und die Limonade bei den Flintstones noch ein bisschen mehr.
Am zweiten Abend haben wir in einem wunderschönen Restaurant in Vejer de la Frontera gegessen. Marokko macht sich allmählich bemerkbar. Nach dem spanischen und italienischen Food war dies eine längst überfällige Abwechslung.
Nachtrag 1: Nach anfänglichen Schwierigkeiten im Kartenspiel triumphierte Rahel im Skip-Bo.
Rahel 162 : 169 Sandra
Nachtrag 2: Erste Entzugserscheinungen machten sich bemerkbar. Kein Wi-Fi -> kein Supernatural
Mittwoch, 2. November 2011
Cadiz
Wir sind gestern hier in Cadiz angekommen. Und leider müssen wir zugeben, wir waren etwas enttäuscht. Aber immerhin haben wir ein super cooles Hotel. Und das Frühstücksbuffet ist der Hammer. Das war ein echter Glücksgriff - mitten in der Altstadt.
Wir haben vielleicht einfach etwas anderes erwartet. Eine hübsche Strandpromenade, ein paar gemütliche Restaurants usw. Aber das gibt es hier nicht. Und die Atmosphäre in der Altstadt - gut, gestern war Samstagabend - die hat uns irgendwie gar nicht zugesagt. Schreiende Kinder, Besoffene und Schwarzafrikaner, die in den schmalen Gassen ihre Tücher am Boden ausbreiteten und DVD-Raubkopien verkauften, haben nicht zu der Atmosphäre beigetragen, die wir erwartet hatten.
Am Sonntag legten wir unsere erste Pause ein. Wir genossen den ganzen Tag die Sonne auf der Dachterrasse vom Hotel Argantonio. Nicht, dass das jetzt die grosse Oase wäre, aber sie erfüllt ihren Zweck voll und ganz. Wir entspannten uns bei Musik, einem guten Buch und Supernatural. J
Montag war ein Arbeitstag: Waschtag. Und das stellte sich komplizierter dar, als es sich anhört. Es gibt eigentlich nicht viel dazu zu sagen, nur dass unsere Kleider einen Tag später immer noch feucht sind. Das hatte einen erneuten Shoppingtrip zur Folge.
Bei einem abendlichen Spaziergang in den neuen Teil der Stadt, hatten wir doch noch etwas vom Strand.
UNSER TIPP: Wer Strand und Nightlife will, sollte sich ein Hotel im neuen Stadtteil suchen. Tapas-Bars und Shopping finden sich in der Altstadt.
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